Dividende aus ausschüttenden ETFs (und Aktien) reinvestieren: Ja oder nein? Vielleicht, oder doch?

Die Dividende!

 

Regelmäßige Zahlungen, die etwaige Unternehmen leisten, um ihr Glück mit ihren Aktionären zu teilen.

 

Eine Dividende ist ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen Geld macht.

 

Das ist gut!

 

Wenn Du einen ausschüttenden ETF dein eigen nennst, welcher eine Aktie hält, die regelmäßig Dividende ausschüttet, erhältst Du deinen Anteil davon mit ausgeschüttet.

 

Solltest Du die Dividende in denselben ETF reinvestieren, also neue Anteile erwerben, kann dies ein guter Weg sein, den Aufbau von Wohlstand auf Autopilot zu schalten.

 

Nichtsdestotrotz ergeben sich Situationen, in denen es besser ist, die Dividende nicht in dasselbe Wertpapier anzulegen.

 

Den Wohlstandsautopiloten abzustellen.

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In diesem Artikel geht es um Wertpapiere (ETFs und Aktien), die eine Dividende ausschütten. Bei thesaurierenden Wertpapieren entfällt die Frage nach der Reinvestition. Hier werden die Erträge automatisch wieder angelegt.

Welche zwei Gründe und ein großes Ziel sprechen für die Wiederanlage der Dividende in dasselbe Wertpapier?

Die Altersvorsorge ist solch ein typischer Fall.

 

Das große Ziel ist es: Über die Jahre ein finanzielles Polster aufzubauen, um im Winter nicht zu frieren.

 

Es ist in diesem Fall fast immer eine förderliche Idee, das Geld zurück in dasselbe Wertpapier fließen zu lassen.

 

Aus zwei Gründen:

  1. Indem der Zinseszins Jahr für Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt wie eine Waffe ohne Erschöpfung für deinen persönlichen Geldfrieden kämpft, segelt dein Vermögen fast ohne Gegenwind zu deiner Wohlstandsinsel.
  2. Der Cost-Average-Effekt sorgt dafür, solange Du regelmäßig neue Anteile erwirbst, dass Du die Anteile zu einem vorteilhaften Durchschnittskurs bekommst.

Wie arbeitet der Zinseszins für dich?

Angenommen Du möchtest ein Vermögen von 20.000 Euro anlegen.

 

Dazu entscheidest Du dich monatlich 200 Euro zu sparen.

Möglicherweise mit einem Wertpapiersparplan.

Das sind zusätzlich 2.400 Euro im Jahr, die Du investieren kannst.

 

Aus Vereinfachungsgründen nehme ich eine durchschnittliche Rendite von fünf Prozent und runde die Cent Beträge auf.

 

 

Ohne Wiederanlage der Dividende schaut die Rechnung wie folgt aus:

 

Erstes Jahr:

 

20.000 Euro + 2.400 Euro = 22.400 Euro x 1,05 = 23.520 Euro

 

Zweites Jahr:

 

23.520 Euro + 2.400 Euro = 25.920 Euro x 1,05 = 27.216 Euro

 

Drittes Jahr:

 

27.216 Euro + 2.400 Euro = 29.616 Euro x 1,05 = 31.097 Euro

 

Wenn das Wertpapier dazu eine Dividende von vier Prozent jährlich ausschüttet, erhältst Du einen zusätzlichen Renditeschub von (22.400 Euro x 0,04 =) 896 Euro im ersten Jahr.

 

Da die Dividende in diesem vereinfachten Beispiel erst am Ende eines Jahres ausgeschüttet wird, wird die Dividende erst im Folgejahr teil des Kapitals. Auch in dieser Rechnung runde ich die Cent Beträge aus Vereinfachungsgründen auf.

 

 

Mit Wiederanlage der Dividende schaut die Rechnung wie folgt aus:

 

Erstes Jahr:

 

20.000 Euro + 2.400 Euro = 22.400 Euro x 1,05 = 23.520 Euro + 896 Euro = 24.416 Euro

 

Zweites Jahr:

 

24.416 Euro + 2.400 Euro = 26.816 Euro x 1,05 = 28.157 Euro + 931 Euro = 29.088 Euro

 

Drittes Jahr:

 

29.088 Euro + 2.400 Euro = 31.488 Euro x 1,05 = 33.063 Euro + 970 Euro = 34.033 Euro

 

In diesem Beispiel ist die Reinvestition deutlich überlegen. Ein einfaches und fiktives Beispiel lediglich um zu verdeutlichen, wie der Zinseszins wirkt.

 

Denke ich jetzt in die Zukunft, also zwanzig, dreißig oder vierzig Jahre bis zur Pensionierung, wird aus dem Zinseszins ein "Zinseszins-Turbo".

Wie arbeitet der Cost-Average-Effekt für dich?

Etwaige ETFs (und nicht wenige Aktien) schütten die Dividende vierteljährlich bis halbjährlich aus.

 

Weil der Aktienkurs im Zeitablauf schwankt, findet die Reinvestition (vorausgesetzt Du kaufst regelmäßig nach) sowohl "in guten Zeiten" als auch "in schlechten Zeiten" statt.

 

 

Regelmäßig bedeutet: monatlich bis halbjährlich.

 

Gute Zeiten bedeutet: Kauf zu niedrigen Kursen. Obwohl niemand sagen kann, wann ein Kurs wirklich niedrig ist.

 

Schlechte Zeiten bedeutet: Kauf zu hohen Kursen. Obwohl auch hier niemand sagen kann, wann ein Kurs wirklich hoch ist.

 

 

Ein Beispiel mit einer fiktiven Dividende von 1.000 Euro, die vierteljährlich im Laufe eines Jahres ausgeschüttet wird.

 

Aus Vereinfachungsgründen nehme ich an, dass die Dividende fest ist. Trotz Marktschwankungen und weiteren Faktoren.

 

 

Ende des ersten Quartals: Das Weihnachtsgeschäft ist vorbei. Die Umsätze passen. Der Kurs des Wertpapiers liegt derzeit bei 50 Euro pro Anteil. Das bedeutet, Du kannst mit der Dividende 20 Anteile erwerben.

 

Ende des zweiten Quartals: Anleger nehmen Gewinne mit. Die Kurse sind abgestürzt. Das Wertpapier kostet nur noch 40 Euro je Anteilsschein. Du kannst 25 Anteile mit der ausgeschütteten Dividende erwerben.

 

Ende des dritten Quartals: Es herrscht apokalyptische Stimmung an der Börse. Der Kurs rauscht in die Tiefe und liegt jetzt bei 30 Euro je Anteilsschein. Du kannst 33,3 Anteile mit der Dividende erwerben.

 

Ende des vierten Quartals: Der Markt. Der Kurs fällt auf das frühere Niveau zurück und erreicht die 45 Euro-Marke je Anteilsschein. Du kannst 22,2 Anteile für 1.000 Euro erwerben.

 

 

Mit der quartalsweisen Reinvestition der Dividende hast Du 100,5 Anteile (20+25+33,3+22,2=) über das Jahr erworben.

 

Mit dem letzten Kauf am Jahresende hast Du 100,5 Anteile zum Kurs von 45 Euro bekommen.

 

Rechnung: 100,5 Anteile x 45 Euro = 4.523 Euro.

 

Trotz der "hohen Kurse" zu Beginn des Jahres und den "niedrigen Kursen" zum Ende des Jahres, hast Du es durch das regelmäßige Reinvestieren der Dividende geschafft, einen "Gewinn" in Höhe von 523 Euro im Jahresverlauf zu erwirtschaften.

 

 

Rechnung (Cost-Average-Effekt):

 

20+25+33,3+22,2 = 100,5 Anteile / 4 = 25,13 Mittel

 

25,13 Mittel x 45 Euro = 1.130,85 Euro x 4 = 4.523 Euro

 

 

Reinvestition am Ende des Jahres zu 45 Euro je Anteilsschein:

 

4000 Euro / 45 Euro = 88,89 Anteile

 

88,89 Anteile / 4 = 22,22 Mittel

 

 

25,13 Mittel ist höher als 22,22 Mittel oder 4.523 Euro ist höher als 4.000 Euro.

Anmerkung lediglich der Vollständigkeit halber: Kosten, Gebühren, Steuern etc. mindern die Renditeerwartung. Es handelt sich hier um eine fiktive Rechnung, um zu verdeutlichen, wie Sachverhalte funktionieren.

Welches große Ziel spricht gegen die Wiederanlage der Dividende in dasselbe Wertpapier?

Trotz der Gründe für die Reinvestition der Dividende in dasselbe Wertpapier gibt es ein großes Ziel und persönliche Anliegen sich für Bares, anstatt für mehr Anteile zu entscheiden.

 

Auch hier aus zwei Gründen:

  1. Du möchtest die Dividende anderswo investieren, um dein Portfolio denkbar breit zu diversifizieren.
  2. Du brauchst Geld!

Wie Du die Dividende für die Portfoliodiversifikation nutzen kannst?

Wenn Du "fühlst" dass das Wertpapier, in welches Du gerade investierst, sich zu sehr in deinem Portfolio aufbläht, macht es Sinn die Dividende zu nehmen und an einer anderen Stelle einzusetzen. Bereits wegen der Risikobegrenzung!

 

Eine Möglichkeit ist mit Dividende das Risiko in deinem Portfolio zu senken:

 

Angenommen Du hast starke Beteiligungen an Ölgesellschaften, die regelmäßig Dividende ausschütten. Du hast mittlerweile genug Öl in deinem Portfolio. Dann macht es Sinn die Dividende anderswo einzusetzen.

 

Eine andere Möglichkeit ist mit Dividende mögliche Renditechancen wahrzunehmen:

 

Ebenso, vor allem mit steigender Erfahrung, wirst Du "spüren", dass es an anderer Stelle großartige Investitionsmöglichkeiten gibt. Die Dividende kannst Du als gefundenes Geld ansehen und in Werte stecken, die möglicherweise zu einem großen Hit werden können.

Fazit

Die Dividende ist ein fester Bestandteil des Aktienmarktes. Vor lauter Reinvestition solltest Du die menschliche Versuchung nicht außer Acht lassen.

 

Die Dividende kann schneller verfliegen, als dir lieb ist. Ein neuer Fernseher, ein neues Handy, Reisen sind flugs gekauft.

 

Dieser Versuchung kannst Du widerstehen, indem Du thesaurierende Wertpapiere in dein Portfolio aufnimmst.

 

Hier funktioniert der Aufbau von Wohlstand ohne Umwege. Dazu entfallen die erneut anfallenden Kaufgebühren, wodurch sich der Zinseszins im Dividenden-Hexenkessel voll entfalten und sich über Jahrzehnte zu einen ludernden Feuer entwickeln kann.


Dimi Novo

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Über den Autor

 

Dimi ist Gründer der MoosParade:

Er ist Autor des Finanzbuches:

Verfasser des Geld- und Börsenseminars:



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