Der erste Aktienkauf: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Aktienkaufen ist am Anfang mit Unsicherheit, Angst, Ungewissheit und Nichtwissen verbunden.

 

Die Hemmschwelle eine Aktie das erste Mal wirklich zu kaufen und somit über den eigenen Schatten zu springen ist enorm.

 

So schilderten es mir Newsletter Abonnenten auf die Frage, wie ich ihnen denn am besten helfen könne?

 

"Mach doch mal ein Tutorial, wie man eine Aktie kauft. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Um zu sehen, wie das Ganze funktioniert", hieß es interessanterweise.

 

Dann mache ich das einfach!

 

Jedoch nicht ohne vorher anzumerken, dass die eigentliche Königsdisziplin nach dem Aktienkauf auf Sie wartet.

 

Die Königsdisziplin: Durchhaltevermögen zu beweisen und volatile Zeiten (Schwankungen, Korrekturen, Krisen) durchzustehen.

 

Stress, Angstschweiß und Verlustangst gehören dazu.

Doch zuerst die Vorarbeit

Sicherlich sind Sie bereits bestens informiert und wissen, dass Sie ein Depot brauchen, damit Sie eine Aktie kaufen können. Aus Kostengründen empfehle ich ein Depot bei einer Direktbank (Direktbroker) zu führen.

Damit Sie ein Depot bei einer Direktbank oder einem Direktbroker eröffnen können, müssen Sie sich nach der Online-Depoteröffnung per Post-ident-Verfahren oder einem anderen Identifikationsverfahren identifizieren.

 

 

Nach wenigen Stunden oder Tagen sollten Sie von dem Depotanbieter mit den nötigen Informationen und dem Online-Zugang erhalten.

 

Das Depot ist eröffnet!

 

Vergessen Sie nicht den Freistellungsauftrag einzurichten, beziehungsweise optimal zu verteilen. Dass, damit keine Kapitalertragssteuer auf die erwarteten Erträge (zum Beispiel Dividende) bis zum persönlichen Sparer-Pausbetrag abgeführt wird.

 

Sparer-Pauschbetrag für Singles: 801 Euro

Sparer-Pauschbetrag für Verheiratete: 1602 Euro

 

Einen Freistellungsauftrag zu erteilen, ist bei Direktbanken und Direktbrokern mit wenigen Klicks im persönlichen Online-Bereich möglich.

Warum investiere ich in diese Aktie 2.000 Euro?

Weil mein Depotanbieter pro Order bis 2.000 Euro eine Ordergrundgebühr von mindestens 9,90 Euro erhebt.

Aktien kaufen

Das bedeutet: Bei meinem Depotanbieter bezahlen die Kunden immer mindestens 9,90 Euro pro Order.

 

Ganz gleich ob für 250 Euro, 500 Euro, 1.000 Euro oder 1.500 Euro Aktien gekauft werden.

Ein Rechenbeispiel

Kaufe ich zwei Mal für jeweils 1.000 Euro Aktien, bezahle ich zwei Mal die Ordergrundgebühr von 9,90 Euro.

 

2 x 1.000 Euro = 2 x 9,90 Euro = 19,80 Euro

Kaufe ich ein Mal für 2.000 Euro Aktien, spare ich 9,90 Euro an Ordergrundgebühr.

 

 

1 x 2.000 Euro = 1 x 9,90 Euro = 9,90 Euro


"Was sind schon 9,90 Euro an Ordergrundgebühr. Peanuts sind das!", möchten einige behaupten.

 

Ich denke: Kleinvieh macht auch viel Mist.

 

Und wenn ich das ganze Kleinvieh zusammenaddiere, kommt am Ende ein Riesenhaufen heraus.

 

Oder haben Sie etwas zu verschenken?

Oder denke ich etwa kleinlich?

 

I don´t think so!

 

 

Spielen wir das Szenario für diesen Depotanbieter weiter durch: Kauft der Kunde über 2.000 Euro Aktien, wird lediglich eine Ordergrundgebühr von 4,90 Euro fällig. Dazu fallen 0,25 Prozent des Ordervolumens an.

 

Beispiel: Bei 3.000 Euro sind das 4,90 Euro Ordergrundgebühr + 7,50 Euro Ordervolumen (0,25 Prozent von 3.000 Euro).

 

Also insgesamt 12,40 Euro pro Order.

Zwischenzusammenfassung

Was ist jetzt besser?

 

1, 2 oder 3 … Du musst dich entscheiden, 3 Felder sind frei …

Feld eins

 

1.000 Euro und 9,90 Euro Ordergrundgebühr

Feld zwei

 

2.000 Euro und 9,90 Euro Ordergrundgebühr

Feld drei

 

3.000 Euro und 12,40 Euro Ordergrundgebühr inklusive Ordervolumen


1, 2 oder 3 – letzte Chance – vorbei!

 

 

Feld zwei soll es sein!

 

 

Anmerkung: Das ist nicht das günstigste Angebot.

 

Ein Vergleich und ein Blick in das Preis-/Leistungsverzeichnis lohnen.

 

Kosten sparen bei der Geldanlage ist wichtig und wird zu oft vernachlässigt.

 

Nicht dass die Kosten die Rendite auffressen.

General Electric (GE) soll es sein

Weil ohne ein konkretes Beispiel hätte dieser Artikel nicht denselben Lerneffekt, denke ich.

 

Jedes Wertpapier in Deutschland ist unter einer sechsstelligen Ziffern- und Buchstabenkombination identifizierbar - der WKN.

 

WKN ist die Abkürzung für: Wertpapierkennnummer

 

International ist die ISIN Standard.

 

Um GE zu kaufen, sollte ich die WKN oder die ISIN herausfinden.

 

Das tue ich persönlich, indem ich Google befrage.

Oder direkt auf der Internetpräsenz von GE unter Investor Relations nachschaue.

 

Gesucht, gefunden!

Aktien kaufen

Grundsätzlich sind das Aktienkaufen und das Aktienverkaufen bei jedem Anbieter identisch. Lediglich variieren die Masken (Folien) von Anbieter zu Anbieter.

 

Bei meinem Anbieter kann ich im persönlichen Bereich im Menüpunkt "Order - Inlandsorder" Aktien kaufen.

Aktien kaufen

Wenn ich auf Inlandsorder klicke, erscheint folgende Maske:

Aktien kaufen



Die Maske enthält Bestandteile, die für einen Wertpapierkauf ausgefüllt sein müssen (grün eingekreist).

 

  1. Als Erstes klicke ich in der Zeile Inlandsorder auf "Kauf".
    Ich möchte die Aktie ja kaufen und nicht verkaufen.
  2. Dann gebe ich in der Zeile ISIN/WKN die WKN oder die ISIN ein und klicke auf "Wertpapiersuche", damit die Aktie gefunden werden kann.

    Ist die Aktie gefunden, erscheint der Name der Aktie in der Zeile Bezeichnung.

    Automatisch erscheint der Menüpunkt Börse. Hier kann ich sehen an welcher Börse und zu welchem Briefkurs (Kaufkurs) die Aktien derzeit gehandelt werden. Dazu kann ich sehen, wie viele Stücke derzeit zu diesem Briefkurs an der jeweiligen Börse erhältlich sind.
  3. Ich nehme einfach an, ich habe mich entschlossen über "Xetra" zu kaufen.

    Über Xetra kann ich die Aktien zu einem Kurs von 25,295 Euro erwerben.

    Ich persönlich mache es simpel und rechne: 2.000 Euro / 25,295 Euro = 79,07 Anteile.

    Also kann ich mindestens 79 Aktien kaufen.

    Allerdings kaufe ich stets eine Aktie weniger, weil Gebühren, Provisionen und Entgelte dazukommen.

    Das Budget von 2.000 Euro möchte ich jetzt nicht überschreiten.

    78 Anteile sollen es also sein. Die Anzahl der Aktien, die ich kaufen möchte, trage ich bei Stück/Nominale ein.

    Die Transaktion sollte ohne Probleme zustande kommen, weil über Xetra derzeit 110 Stück angeboten werden.

    Vorsicht: Sind weniger Aktien vorhanden als ich kaufen möchte, kann es vorkommen, dass eine Teilorder ausgeführt wird. Der Depotanbieter kann die Order dann zwei oder drei Mal ausführen, was zusätzliche Kosten verursachen kann.
  4. Limit: Der Begriff "billigst" bedeutet, dass eine Aktie zu einem möglichst niedrigen Kurs zu kaufen ist.

    "Bestens" bedeutet, dass eine Aktie zu einem höchstmöglichen Kurs zu verkaufen ist.

    Ich markiere bei Limit "billigst/bestens", weil ich die Aktie zu einem möglichst niedrigen Kurs kaufen möchte.
  5. Gültigkeit: Bei "tagesgültig" wird die Order noch am selben Tag ausgeführt. Sofern tatsächlich eine Transaktion zusammenkommt. Wird keine Transaktion durchgeführt, aus welchen Gründen auch immer, so wird die Order gelöscht.

    Der Begriff "ultimo" bezieht sich auf das Ende eines bestimmten Monats zu welchem die Order ausgeführt werden soll.

    Bei der Gültigkeit markiere ich "tagesgültig", weil ich die Order noch heute ausgeführt haben möchte.
  6. Mit einem Klick auf "Weiter" bin ich meinem ersten Aktienkauf ein großes Stück näher gerückt.

 

 

Folgende Maske erscheint:

Aktien kaufen

Hier kann ich meine Angaben noch mal überprüfen.

 

Ist alles OK, kann ich die Order freigeben.

Entweder durch die Eingabe einer TAN oder PhotoTAN etc.

 

Dies hängt davon ab, welches Sicherheitsverfahren der Depotanbieter anbietet und welches Sicherheitsverfahren ich gewählt habe.

 

Wie beim Online-Shopping sind auch die Depotanbieter verpflichtet die Kunden mit einem speziell hervorgehobenen Button hinzuweisen, dass mit dem letzten Klick eine zahlungspflichtige Aktion (Kauf) stattfindet.

Aktien kaufen

Klicke ich auf diesen Button, ist die Order endgültig ausgeführt.

 

Es erscheint eine Bestätigung mit dem vorläufig ausmachenden Betrag.

 

Der vorläufig ausmachende Betrag ist nicht immer genau.

Erst wenn die endgültige Abrechnung im Postfach ist, sind die Zahlen fest.

Aktien kaufen

Im persönlichen Bereich im Menüpunkt "Order - Orderbuch" kann ich jetzt sehen, ob die Order tatsächlich ausgeführt wurde.

 

Oder ob die Order aus welchen Gründen auch immer noch offen ist oder gestrichen wurde.

Aktien kaufen
Aktien kaufen

Die Aktien (mittlerweile eingebucht) sollten jetzt im Menüpunkt "Depot - Depotübersicht" zu sehen sein.

Aktien kaufen
Aktien kaufen

Herzlichen Glückwunsch!

 

Die Abrechnung

Spätestens am nächsten Morgen landet die endgültige Wertpapierabrechnung im Postfach.

Aktien kaufen

Aktien kaufen

In der Wertpapierabrechnung kann ich alle Details noch mal einsehen.

 

Dazu sind alle Kosten (Entgelte) aufgelistet, die dieser Wertpapierkauf verursacht hat.

 

Provision (bekommt der Depotanbieter): 9,90 Euro

Börsenplatzabhängiges Entgelt (bekommt Xetra): 1,50 Euro

(Börsenplatzabhängige Entgelte sind Entgelte, die nicht von den Depotanbietern erhoben werden. Diese fallen zusätzlich an, ganz gleich über welche Börse/Anbieter (Xetra, Frankfurt, Tradegate, NYSE) Du kaufst.)

 

Kosten insgesamt: 11,40 Euro

 

Einfache Rechnung: 1.984,41 Euro - 1.973,01 Euro = 11,40 Euro

 

Gesamte Transaktion: 1.984,41 Euro

Wertpapiere gekauft für: 1.973,01 Euro

 

Den Kaufwert kann ich in der Depotübersicht sehen.

Aktien kaufen

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