4 Anlagestrategien für Privatanleger: Welche Strategie ist für mich die Richtige?

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Wir lassen uns oft von Emotionen leiten.

 

Anstatt nachzudenken und einen klugen Kopf bewahren.

 

Besonders bei Geldangelegenheiten dürfen Emotionen nicht überhandnehmen.

 

Investieren an der Börse ohne Regeln gleicht einem emotionalen Spiel.

 

Es werden Entscheidungen getroffen, die nicht durchdacht sind.

 

Gewinne zu früh realisiert.

Herbe Verluste in Kauf genommen.

 

Ständiges teils von Gefühlswallungen getriebenes Hin und Her führt zu hohen Kosten, die die Rendite schmälern. Im Extremfall ganz auffressen.

 

Sicherlich führen Emotionen kurzfristig zu einem gewissen Erfolg.

 

Langfristig fährt der Anleger mit einer Strategie besser.

Depot Vergleich
Girokonto Vergleich
Tagesgeld Vergleich
Börsenseminar

Privatanleger, die nach einer Strategie handeln, haben zwei Vorteile:

  • Sie wissen, was sie tun.
  • Sie wissen, warum sie es tun.

Ohne eine klare Strategie.

Ohne einen roten Faden.

Llässt man sich schnell beeinflussen.

 

Man kommt vom Weg ab.

Denn der Druck zu handeln ist stets da.

Und möglicherweise aus einer voreiligen, unüberlegten Kurzschlussreaktion genau das Falsche zu tun.

MoosParade Moosmann
Mannomann, vermeint der MoosParade Moosmann!

Anlagestrategie Privatanleger

Zitat von Kostolany: „Eine Börse wäre keine Börse, wenn nicht viele Narren ihr Unheil dort treiben würden.“

 

Tatsächlich gleicht das Auf und Ab an der Börse einem einzigen Chaos.

Experten schätzen, dass die Börse zu 90 Prozent von Emotionen getrieben ist.

 

Emotionen haben an der Börse jedoch nichts zu suchen!

 

In diesem Artikel geht es um 4 Anlagestrategien für Privatanleger:

Buy-and-Hold

Buy-and-Hold Anlagestrategie für Privatanleger

Value Investing

Value-Investing Anlagestrategie für Privatanleger

Growth-Investing

Growth-Investing Anlagestrategie für Privatanleger

Dividenden

Dividendenstrategie Anlagestrategie für Privatanleger

Buy-and-Hold (Kaufen und behalten) - für Langfristanleger

Buy-and-Hold zielt darauf ab Wertpapiere zu kaufen und über Jahre und Jahrzehnte im Depot zu halten.

 

Der Hintergrund von Buy-and-Hold ist: Weil wissenschaftlich nicht erwiesen ist, dass man den Kursverlauf eines Wertpapieres vorhersagen kann, gilt die Devise kaufen und Geduld beweisen.

Buy-and-Hold Anlagestrategie für Privatanleger

Die Grundidee von Buy-and-Hold ist, dass Unternehmen sich üblicherweise nicht von heute auf Morgen entwickeln.

 

Sie brauchen Zeit.

Zeit sich zu entwickeln.

Zeit, um höhere Rendite zu erzielen.

 

Wenn Buy-and-Hold-Anleger sich auf einzelne Aktien konzentrieren, bezeichnet man das als Stock Picking (Zielkauf).

 

Sicher ist, dass Aktien in kurzer Zeit um 50 Prozent steigen können.

Sicher ist auch, dass es von heute auf Morgen in die andere Richtung gehen kann.

 

Unternehmen, die sich seit Jahrhunderten erfolgreich am Markt behaupten, sind von Pleiten nicht verschont.

 

Aus diesem Grund ist eine ausgewogene Mischung einzelner Wertpapiere die oberste Pflicht des Buy-and-Hold-Anlegers.

 

Ein Griff ins Klo kann nicht ausgeschlossen werden.

 

Verwandter Artikel: Wie funktioniert Risikostreuung?

 

Vorteil: Grundsätzlich verzichten Buy-and-Hold-Anleger auf Umschichtung innerhalb des Depots und Verkäufe. Lediglich werden Wertpapiere nachgekauft. Die Dividenden werden reinvestiert.

 

Buy-and-Hold ist kostengünstig.

Kostengünstig, weil Transaktionen, die Rendite schmälern, sich in Grenzen halten.

 

"Hin und her macht bekanntlich Taschen leer."

 

Überwiegend konzentrieren sich Buy-and-Hold-Anleger auf große Unternehmen (sog. Bluechips), die sich erfolgreich am Markt behaupten.

 

Großer Vorteil: Der Zinseszinseffekt kann sich bei Buy-and-Hold voll entkraften, solange die Erträge reinvestiert werden.

 

Geduld haben und Verluste aussitzen können (die mehrere Jahre andauern können) sind die Tugenden des Buy-and-Hold-Anlegers.

 

Der Kurs spielt eine eher untergeordnete Rolle. Buy-and-Hold-Anleger kaufen regelmäßig und langfristig. Heute, morgen und auch übermorgen. Sie profitieren damit von dem Durschnittskosteneffekt.

 

Durchschnittskosteneffekt: Ist wie Benzin tanken. Anstatt die umliegenden Tankstellen zu umfahren. Nach dem günstigsten Preis pro Liter zu suchen. Zeit und Energie zu verschwenden. Kann es sinnvoller sein, den Tank bei jeder Tankfüllung mit dem gleichen Eurobetrag zu füllen. Ganz gleich, was der Liter Benzin an der nächstliegenden Tankstelle kostet.

 

Über Zeit ergibt sich ein vorteilhafter Durchschnittspreis.

 

Gefahr: Es ist schwer Wertpapiere nicht zu verkaufen, die mehrere Hundert Prozent im Plus stehen. Schwer ist es auch mitzuerleben, wie einzelne Aktien schier den Boden unter den Füßen verlieren.

 

Die Finger zucken oder Pessimismus macht sich breit.

 

Die Gefahr bei Einmalkäufen ist: Das falsche Timing zu wählen. Zu einem ungünstigen Zeitpunkt einzusteigen.

 

Umgekehrt schützt ein Entnahmeplan vor einem ungünstigen Ausstiegszeitpunkt.

 

Buy-and-Hold funktioniert auch mit ETFs, die einzelne Branchen oder den Gesamtmarkt abdecken.

Value-Investing (wertorientiertes Anlegen) - für Langfristanleger mit Vorliebe für Schnäppchen

Value-Investing ist Buy-and-Hold sehr ähnlich.

 

Der Value-Anleger agiert auch langfristig an der Börse.

 

Nur kauft der Value-Anleger nicht einfach Aktien, sondern sucht gezielt nach Schnäppchen.

Value-Investing Anlagestrategie für Privatanleger

Konkret begibt er sich auf die Suche nach unterbewerteten Unternehmen.

 

Value-Anleger bedienen sich der Fundamentalanalyse. Man spricht auch von Substanzanalyse.

 

Mit der Fundamentalanalyse lässt sich der sogenannte "innere Wert" eines Unternehmens ermitteln.

 

Hat der Value-Anleger im ersten Schritt ein interessantes Unternehmen gefunden, wird er im zweiten Schritt dessen zukünftige Ertragskraft in Relation zur aktuellen Bewertung setzen.

 

Nur wenn der aktuelle Kurs zu einem deutlichen Abschlag zum inneren Wert des Unternehmens notiert, wird sich ein disziplinierter Value-Anleger engagieren.

 

Lies mich: Was bedeutet unterbewertet und überbewertet?

 

Ein Unternehmen gilt als unterbewertet, wenn quantitativ:

 

  • Kennzahlen möglichst niedrig sind (KGV, KCV, KBV, KUV etc.),
  • Verhältniszahlen dafür möglichst hoch (EKR, GKR, DivR, MarktKP etc.).

 

Qualitative Merkmale sind: Robustheit des Geschäftsmodells, Wettbewerbsvorteile etc.

 

Lies mich: Wie finde ich die beste Aktie?

 

Hintergrund: Als Value-Anleger ist man nicht nur Aktionär. Sondern verhält sich so, als ob man ein Investor wäre. Ein Investor, welcher sich nach einer ausgiebigen Recherche direkt an einem Unternehmen beteiligt. Laut den Vertretern des Value-Investing lässt sich das Verlustpotenzial deutlich begrenzen und die Chancen langfristig erhöhen, wenn man sein Engagement als unternehmerische Beteiligung ansieht.

 

Vorteil: Das Value-Investing zählt zu den "sichereren" Anlagestrategien. Dass, weil Value-Anleger überwiegend Standardwerte sog. Bluechips bevorzugen.

 

Stichwort: Substanz!

 

Schwäche: Value-Investing braucht Zeit. Know-how. Erfahrung.

 

Nicht jeder Privatanleger hat diese Ressourcen. Oder einfach nicht die Lust sich auf die Suche nach unterbewerteten Unternehmen zu begeben.

 

Das Besondere an Value-Investing: Eine aktive Risikostreuung findet nicht statt. Es wird nur in Unternehmen investiert, die nach der Fundamentalanalyse unterbewertet sind.

 

Gefahr: Es reicht nicht nur unterbewertete Aktien zu kaufen, um ein Value-Anleger zu sein. Man muss schon in diese Unternehmen investiert bleiben, bis der Markt ihren "wahren Wert" erkennt. Das Engagement kann Jahre dauern, bis es sich ausgezahlt hat.

 

Value-Investing mit ETFs: Einfacher lässt sich das Value-Investing mit kostengünstigen ETFs umsetzen.

 

Wobei ETFs, die nach Value-Merkmalen abbilden keine unterbewerteten Schnäppchen innehaben müssen. Der Vorteil liegt eher in der konstanten Entwicklung über einen längeren Zeitraum.

 

Geschäftsberichte muss man dann jedenfalls nicht mehr lesen.

 

Als Urvater des Value-Investing gilt Benjamin Graham.

 

Der bekannteste Vertreter und zugleich Fürsprecher ist einer von Grahams Schüler, der US-amerikanische Multimilliardär Warren Buffett, der es mit dieser Strategie zum drittreichsten Menschen der Welt (2012) gebracht hat.

Growth-Investing (wachstumsorientiertes Anlegen) - für die auf den fahrenden Zug Springer

Beim Growth-Investing konzentriert sich der Anleger auf boomende Branchen und zukünftige Wachstumsmärkte.


Im Vordergrund stehen Unternehmen, die bereits gut aufgestellt sind und hohes Wachstumspotenzial haben.

Growth-Investing Anlagestrategie für Privatanleger

Im Gegensatz zu Value-Investing, wo nur unterbewertete Unternehmen gekauft werden, können beim Growth-Investing die Unternehmen sehr hoch bewertet sein.

 

Growth-Investing hat viel mit Psychologie zu tun.

Es kann von Vorteil sein, ein Gefühl dafür zu haben, wie die Masse tickt.

 

Der Growth-Anleger bleibt so lange im Unternehmen investiert, solange die positiven Nachrichten nicht abreißen.

 

Im Gegensatz zu Buy-and-Hold und Value-Investing, wo es gilt, die Wertpapiere möglichst lange im Depot zu halten, gilt es hier die Wertpapiere systematisch abzustoßen.

 

Kursgewinne realisieren!

 

Chance: 10.000 Prozent Rendite in zehn Jahren, solange man ein gutes Händchen beweisen konnte. Ein wenig Glück gehört dann doch dazu.

 

Growth-Investing hat einen gewissen Reiz.

Die Strategie hat das etwas Besondere.

Die Verlockung ist groß DAS Umsunternehnen zu erwischen und damit sehr reich zu werden.

 

Beispiele:

  • Google (2004 = 50 US-Dollar je Aktie),
  • Apple (2005 = 6 US-Dollar je Aktie),
  • Amazon (1998 = 4 US-Dollar je Aktie)

Schwäche: Growth-Wertpapiere sind volatiler als Value-Wertpapiere. Besonders dann, wenn Pessimismus an der Börse herrscht.

 

Große Gefahr: Totalverlust!

 

Trotz des systematischen Abstoßens sind auch beim Growth-Investing Geduld und ein langer Atem von Vorteil. Dazu starke Nerven, wenn es mal nicht ganz nach Plan laufen sollte.

Dividendenstrategie für Dividendenjäger

Die Dividendenstrategie ist wohl der Klassiker unter den Anlagestrategien.

 

Hier wird eine Form der Aktienanlage verstanden, bei der gezielt in Wertpapiere von Unternehmen investiert wird, die eine hohe Dividendenrendite aufweisen.

Dividendenstrategie Anlagestrategie für Privatanleger

Vorteil: Die Dividendenstrategie ist einfach. Investiert wird nur in die Unternehmen, die eine hohe Dividende zahlen.

 

Weiterer Vorteil: Das Reinvestieren der Dividenden verursacht Kosten. Die Ausschüttung kostet dagegen nix. Wer mit Dividenden sein Einkommen aufbessern möchte, ist damit gut beraten. Im Rentenalter kann sich eine konstantregelmäßige Ausschüttung als Vorteil entpuppen.

 

Nicht zu unterschätzender Vorteil: Dividenden, weil sie bei Aktien und ausschüttenden Wertpapieren direkt auf dem Konto landen, motivieren.

 

Motivieren zum Weitermachen!

 

Es ist eine Art Bestätigung auf dem richtigen Weg zu sein!

 

Interessant zu wissen: Dividenden lohnen sich besonders, solange der Sparer-Freibetrag nicht ausgeschöpft ist. Bis dahin zahlt man keine Kapitalertragssteuer und kann über die ausgeschütteten Dividenden voll verfügen.

 

Tipp: Den Sparer-Freibetrag jedes Jahr voll aufbrauchen. Auch den der Kinder!

 

Gefahr: Legt der Anleger seine Konzentration nur auf Dividendenwerte riskiert er Renditechancen. Indem er z.B. Wachstumswerte außen vor lässt. (siehe Growth-Investing)

 

Verwandter Artikel: 15 ausschüttende Dividenden-ETFs (Liste)

 

Übrigens: Mit einer ausgeklügelten Zusammenstellung von Aktien, Anleihen, REITs und ausschüttenden ETFs lassen sich monatliche Dividendenausschüttungen realisieren.

Fazit zur Anlagestrategie für Privatanleger

Buy-and-Hold-Anleger konzentrieren sich auf regelmäßiges Kaufen von Wertpapieren.

 

Gekaufte Wertpapiere lassen sie über eine lange Zeit im Depot schlummern.

 

Verkauft wird nie beziehungsweise im besten Falle erst nach Jahrzehnten.

Buy and hold Anlagestrategie für Privatanleger

Value-Anleger suchen nach Unternehmen, deren Geschäftskonzept sich bewährt hat. Die Zukunftsaussichten weiterhin als gut angesehen werden.

 

Sie schlagen zu, wenn ein Unternehmen zu einem Schnäppchenpreis zu haben ist.

 

Value-Anleger denken langfristig und lassen ihre Schnäppchen über eine lange Zeit im Depot schlummern.

Value Strategie Anlagestrategie für Privatanleger

Growth-Anleger setzen auf die Zukunft.

 

Sie setzen auf Unternehmen, die sich in Boombranchen oder Zukunftsmärkten bewegen und hohes Wachstumspotenzial haben.

 

Im Gegensatz zu Buy-and-Hold und Value-Investing ist Growth-Investing mit einem höheren Risiko verbunden.

 

Ein langer Atem, Fein- und Fingerspitzengefühl, starke Nerven und eine Prise Glück zeichnen Growth-Investing aus.

Growth-Investing Anlagestrategie für Privatanleger

Geduld ist auch bei Dividendenstrategien ein wichtiges Stichwort. Regelmäßige Dividendensteigerungen sind nicht selten.

 

Nach dem Motto "Nur Bares ist Wahres" versüßen Dividenden das Anlegerherz.

 

Ausgeben oder reinvestieren! Das bleibt dem Anleger überlassen.

Dividendenstrategie Anlagestrategie für Privatanleger

Alle 4 Strategien für Privatanleger haben etwas gemeinsam: Erfolg an der Börse braucht vor allem Geduld und einen langen Atem.

 

Ganz gleich ob Buy-and-Hold, Value, Growth oder Dividenden. An Risikostreuung führt für den Privatanleger kein Weg vorbei. Auch wenn explizit das Value-Investing keine aktive Risikostreuung vorsieht.

 

Lies mich: Wie funktioniert Risikostreuung?

 

Daneben ganz wichtig: Auf die Kosten achten!

 

Lies mich: Nichts ist umsonst - auch kein Fonds! Beim Fondskauf den Ausgabeaufschlag und die Total Expense Ratio (TER) nicht außer Acht lassen

 

Lies mich: Von Luxusdepots und teuren Girokonten! Leider kratzen Luxus und Teuer an der Rendite des Anlegers

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