Die Bank ist nicht dein Freund

Eines Tages flattert unerwartet ein besonderer Brief in meinen Briefkasten.


Es ist ein freundliches Schreiben meiner damaligen Bank, mit der aufrichtigen Bitte um einen Rückruf.


Einen Termin sollten wir vereinbaren, weil die Bank attraktive Angebote parat hat, womit mein Geld besser eingesetzt wäre.


Besser als jetzt auf dem Sparbuch!


Telefonisch vereinbaren wir zusammen ein Beratungsgespräch!

Depot Vergleich
Girokonto Vergleich
Tagesgeld Vergleich

Denn die Zinsen auf dem Sparbuch sind tatsächlich mickrig. Die Inflation nagt von Jahr zu Jahr am Vermögen.

 

Und wer möchte nicht das Beste aus seinem Geld gemacht haben?

Sie doch auch oder?

 

Am Tag des Beratungsgespräches werde ich von einer netten Bankmitarbeiterin und dem hauseigenen (selbständigen) Finanzberater freundlichst in der Filiale der Bank empfangen.

 

Mir wird ein heißes Getränk angeboten und aufrichtig dafür gedankt, dass ich die Zeit für ein so wichtiges Gespräch aufbringen konnte.

 

Es herrscht gute Stimmung.

Die Raumluft ist angenehm kühl.

Die nette Bankmitarbeiterin und der hauseigene Finanzberater wirken kompetent in ihren gepflegten Nadelstreifenanzügen.

Das Inventar im Büro ist schick und elegant gehalten.

Ich bekomme das Gefühl, dass mein Geld hier wirklich gut aufgehoben zu sein scheint.

 

Sehr freundlich beginnt das Gespräch.

 

Es erfolgt der Hinweis, dass die Beratung zu meinem persönlichen Schutz und auch zum Schutze der Bank dokumentiert und protokolliert wird.

 

Damit der Finanzberater ein optimales Paket für mich und meine Bedürfnisse zusammenschnüren kann, beantworte ich Fragen zu meiner persönlichen Lebenslage.

 

Über die Zahlen ist die Bank bereits bestens informiert.

Schließlich bin ich seit etlichen Jahren ein guter Kunde.

Anschließend steht das für mich optimale Paket.

 

Ein Mix aus bankeigenen Investmentfonds, Anleihen, und Deep-Bonus-Zertifikaten mit irgendwelchen Puffern.

 

Dazu soll ich monatlich eine feste Summe in dieses für mich und meine Bedürfnisse optimale Paket einzahlen, damit mein Vermögen auf Erfolgskurs bleiben kann.

Bankberatung

Alles schön und gut! Die Vorteile liegen auf der Hand. Nur, dass die angebotenen Fonds einen saftigen Ausgabeaufschlag und eine sehr hohe TER haben, das wird nur nebenbei erwähnt.

 

Die ganzen Ausmaße der angeblich wenigen Prozentpunkte sind auf den ersten Blick nur schwer einschätzbar.

 

Auch die Tatsache, dass jede monatliche Einzahlung in diese teuren Produkte wiederum horrende Kosten verursacht, bleibt unklar.

 

Vorab möchte ich loswerden: Keinesfalls möchte ich negative Stimmung gegen Banken, Versicherungen, Vertreter oder Finanzberater verbreiten. Nur habe ich es damals in dem selben Maße erlebt.


Wegen genau solcher negativen Erfahrungen regle ich meine Finanzgeschichten heute in Eigenregie.

 

Die dafür benötigten Informationen gibt es in Finanzbüchern, Finanzblogs und Ratgeberseiten im Internet.

 

Anmerkung: Ich kann absolut nachvollziehen, dass Banken etc. wirtschaftlich arbeiten müssen. Wir alle müssen wirtschaftlich arbeiten. Die Brötchen bezahlen sich schließlich nicht von alleine.

 

Allerdings war dieses Paket wirklich sehr exklusiv und wirklich sehr luxuriös. Der Erfolg dabei steht in den Sternen.


Das weiß ich heute!

Wir lassen uns gerne von der Aufmachung täuschen

In der ZDF Mediathek bin ich auf die Reportage "Da wird mir übel" gestoßen.

 

In einer Folge wurden Luxusprodukte ins Korn genommen.

 

Luxusprodukte, die gerne in den Supermarktregalen angeboten werden und wie wir uns mit luxuriösen Verpackungen über den Inhalt täuschen lassen.

 

In einem Test wurde den Probanden identisches Leitungswasser zum probieren angeboten. Der einzige Unterschied war die Verpackung.


Eine gewöhnliche Plastikflasche und eine aufwendig gestaltete Luxusflasche.


Dazu wurde den Probanden suggeriert, dass das Wasser in der Luxusflasche aus einer besonderen Quelle stammt.

 

Alle Probanden haben daraufhin das "Luxuswasser" als schmackhafter eingestuft.

 

Hier der Link zur Reportage: DWMÜ - Luxus

 

Interessant finde ich auch den folgenden Artikel im Spiegel: Büropsychologie - Hauptsache Sie sehen kompetent aus

 

Wir lassen uns gerne täuschen. Wir alle! Und was hat das mit Geld anlegen zu tun?

 

Nun, ich denke und stelle mir die Frage: "Sind die von dem Herrn in dem gepflegten Nadelstreifenanzug und dem schicken Aktenkoffer angebotenen, bankeigenen, teuren, aktiv gemanagten Investmentfonds wirklich erfolgsversprechender, als zum Beispiel ein kostengünstiger, börsengehandelter ETF ohne Ausgabeaufschlag und niedriger TER?"

 

Dann stelle ich mir noch die Frage: "Wie wird der teure Nadelstreifenanzug (Nichts gegen Nadelstreifenanzüge. Ein gepflegtes äußeres ist ja wirklich wichtig. Besonders bei Finanzgeschichten.) und das schicke Inventar der Bank finanziert? Hm, möglicherweise ja aus einem Teil meiner Rendite?"

 

Und spontan überlege ich mir noch: "Gut, wenn es nicht anders ginge, könnte ich mir überlegen diesen Preis doch zu bezahlen. Wohingegen, kostengünstiger und somit effektiver geht es anscheinend doch? Wahrscheinlich muss ich mich einfach mal hinsetzen und wenigstens einmal mit der ganzen Thematik gründlich auseinandersetzen!"

Anmerkung: Wir üben uns in Verzicht. Arbeiten hart und sparen regelmäßig. Solange, bis wir soviel Geld gespart haben, dass wir an das Investieren denken können.

 

Und dann plötzlich, vergessen wir das (Kosten)Sparen.

 

Und genau an dieser Stelle sollten wir das Sparen weiterhin nicht vergessen. Genau in diesem Moment sollten wir sogar richtig geizig werden. Denn ich finde Luxusprodukte wie ein Ausgabeaufschlag, Performancegebühren, eine überdimensionierte TER und auch Depotgebühren, sind bei der Geldanlage ohne erleiden von Renditeabstrichen vermeidbar.

Sparen

Ohne Frage müssen wir alle für eine Leistung bezahlen. Doch gilt es besonders bei der Geldanlage die Kosten dafür, so niedrig wie möglich zu halten.

 

Es ist ja schließlich deine/ihre/unsere Rendite und nicht die Rendite der Bank.

 

Im Auge behalten: "Die Bank ist nicht dein Freund und absolut jedes Beratungsgespräch ist in Wahrheit ein Verkaufsgespräch!"

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