Welchen ETF: Thesaurierer oder Ausschütter?

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Neulich in einer Bar.

 

Kam ein Bekannter auf mich zu und fragte:

 

"Du kennst dich mit Geld investieren am Kapitalmarkt aus.

 

Was mache ich mit 2.000 Euro?

Dieses Geld möchte ich an der Börse anlegen.

 

Kannst Du mir einen Tipp geben?"

 

 

Bedauerlicherweise kann ich keine Tipps geben.

 

Eher möchte ich ihn anregen, sich etwas näher mit der ganzen Thematik auseinander zu setzen.

 

Einen konkreten Tipp geben, ist in diesem Fall eher grob fahrlässig.

 

Auf mehrmalige Nachfrage schließlich, sprudelt folgender Ratschlag aus mir heraus.

 

Mit einem Helles (Bier) in der Hand gebe ich folgende Aussage von mir:

Börsenseminar
Depot Vergleich
Girokonto Vergleich
Tagesgeld Vergleich

"Spontan kann ich dir den Ratschlag geben, dich näher mit börsengehandelten Indexfonds (ETFs) auseinanderzusetzen. Am ehesten deine Gedanken über einen kostengünstigen, thesaurierenden "Welt-ETF" schweifen zu lassen. Ein kostengünstiger, thesaurierender "Welt-ETF" streut das Risiko moderat. Dem Zinseszinsgedanken kommt ein "Thesaurier" am ehesten nahe. Regelmäßig würde ich anschließend neues Geld in diese Welt zu investieren. Mit der Aussicht in einigen Jahren eine größere Welt zu ernten."

Was ist ein ETF?

Kurz und bündig: Ein ETF ist ein Bündel, welcher mehrere Wertpapiere (zum Beispiel Aktien) in sich vereint.

 

ETFs ist die Abkürzung für börsengehandelte Indexfonds.

 

Einfach den Begriff "ETF" oder "Exange Traded Fund" bei Google tippen.

 

Hier der Link zu Wikipedia: Exchange-traded fund ETF

 

In diesem Artikel geht es um den Unterschied zwischen einem thesaurierenden und einem ausschüttenden ETF.

 

Vorteile?

Nachteile?

Steuern und Gebühren etc.?

Grundsätzlich schütten alle angebotenen ETFs aus

Alle am Markt existierenden ETFs schütten am Ende einer Geschäftsperiode, nach Abzug aller Kosten, die erwirtschafteten Erträge an die Anleger aus.

 

Sofern Erträge erwirtschaftet wurden.

 

Erst dann wird in thesaurierende und ausschüttende ETFs differenziert.

 

Hier ist nicht die Höhe der Erträge maßgebend.

Sondern ganz und allein die Art und Weise, wie die Erträge verwendet werden.

Unterscheidung zwischen ETF thesaurierend und ETF ausschüttend

Handelt es sich um einen thesaurierenden ETF, so werden die Erträge nach der Ausschüttung sofort in den gleichen ETF reinvestiert. Sie werden thesauriert. Der Eigenwert des ETFs erhöht sich.

 

Handelt es sich dagegen um einen ausschüttenden ETF, so werden die Erträge direkt dem Verrechnungs- oder Girokonto des Anteilseigners zur freien Verwendung gutgeschrieben.

ETF thesaurierend
ETF thesaurierend
ETF ausschüttend
ETF ausschüttend

Gleich vorweg: Mit Steuern (Kapitalertragssteuer) halten wir uns nicht auf.

 

Steuern spielen bei der Anlageentscheidung in einen thesaurierenden oder ausschüttenden ETF eine unbedeutende Rolle.

 

Wohl sind es andere Faktoren, die bei einer Anlageentscheidung nicht außer Acht gelassen werden sollten.

Nehmen wir zum Investieren die 2.000 Euro meines Bekannten als Beispiel

Zur Auswahl habe ich zwei ETFs.

Beide sind komplett identisch.

Von der Anlagestrategie.

Der Portfoliozusammensetzung.

Bis hin zu den Gebühren.

 

Wirklich alles gleich!

 

Es gibt einen einzigen Unterschied:

  • Der eine ETF thesauriert die Erträge.
  • Der andere ETF schüttet die Erträge aus.

ETF (thesaurierend)

ETF (thesaurierend)
ETF thesaurierend

Bei einem thesaurierenden ETF werden die Erträge ausgeschüttet und sofort ohne Umwege wieder in den gleichen ETF investiert.

 

Hierbei entstehen sowohl bei der Ausschüttung, als auch der Reinvestition keine weiteren Gebühren. Die Steuern werden grundsätzlich gestundet und erst beim endgültigen Verkauf der Anteile automatisch abgeführt.

 

Fachsprachlich nennt man das auch den Steuerstundungseffekt.

 

Die daraus resultierenden Nettoerträge werden reinvestiert.

 

Bei der Besteuerung gibt es Besonderheiten.

Es wird zwischen inländischen und ausländischen, thesaurierenden ETFs unterschieden.

 

Hierzu habe ich einen interessanten Link gefunden: http://www.finanztip.de/recht/bank/thesaurierende-fonds.htm

 

Übrigens: Ob es sich um einen inländischen oder ausländischen ETF handelt, kannst Du an der ISIN (eine Buchstaben- und Zahlenkombination) feststellen.

 

DE steht für Deutschland.

FR steht für Frankreich.

IR für Irland usw.

 

Ein thesaurierender ETF kommt an den Zinseszinseffekgedanken eher heran, als ein ausschüttender ETF.

 

Aus dem einfachen Grund: Weil die Erträge hier sofort reinvestiert werden und nicht anderweitig ausgegeben werden können. Sie werden nicht entzogen, sondern dem Sondervermögen hinzugefügt. Dieses Sondervermögen ist grundsätzlich unantastbar.

 

Außerdem entfallen bei der Reinvestition die erneut anfallenden Kaufgebühren, die die erwartete Rendite schmälern.

ETF (ausschüttend)

ETF (ausschüttend)
ETF ausschüttend

Bei einem ausschüttenden ETF werden die Erträge direkt dem Verrechnungs- oder Girokonto des Anlegers gutgeschrieben.

 

Im Gegensatz zu einem thesaurierenden ETF, wo Steuern gestundet werden, werden sie hier sofort bei der Ausschüttung fällig und automatisch geleistet.

 

Die erhaltene Ausschüttung kann hier entweder frei verwendet oder reinvestiert werden.

Wobei hier bei einer Reinvestition erneut Kaufgebühren anfallen.

Fazit thesaurierender ETF oder ausschüttender ETF

Vorteile ETF thesaurierend

  • Kaufgebühren entfallen bei der sofortigen Reinvestition.
  • Optimale Nutzung des Zinseszinseffekts.
  • Die reinvestierten Erträge unterliegen dem Bestandsschutz (Bestandsschutz bedeutet: Sicherung oder Garantie, z.B.: Wertpapiere die vor dem 01.01.2009 gekauft wurden unterliegen einem Bestandsschutz. Eine ab dem 01.01.2009 beschlossene Kapitalertragssteuer fällt hier grundsätzlich nicht an, wenn die Anteile irgendwann veräußert werden und die Spekulationsfrist eingehalten wurde.

Vorteile ETF ausschüttend

  • Wer auf Bares nicht verzichten möchte oder darauf angewiesen ist, kann in Erwägung ziehen einen ausschüttenden ETF zu wählen.
  • Die Ausschüttung unterliegt der sofortigen Besteuerung, sofern der Freistellungsauftrag ausgelastet ist. Hierbei müssen die Kaufbelege (im Gegensatz zu einem thesaurierenden ETF (Stichwort Steuern) nicht aufbewahrt werden.

Nachteile ETF thesaurierend

  • Beim Verkauf eines ausländischen, thesaurierenden EFT könnte ein steuerliches Wirrwarr entstehen. Am besten alle Belege gründlichst aufbewahren.
  • Kein Bargeld.

Nachteile ETF ausschüttend

  • Es besteht die Gefahr die Ausschüttungen anderweitig auszugeben, anstatt diese zu reinvestieren. Folge: Kein Zinseszinseffekt.
  • Auch fallen bei der Reinvestition erneut Kaufgebühren an.

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